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Code Week Hamburg: Programmieren eröffnet Welten

Verschrobener, einsam arbeitender Computernerd – so wird der Beruf des Softwareentwicklers gern einmal gezeichnet. Eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Körber-Stiftung im September 2017 zeigt nun, dass die grundsätzlichen Ansichten der Bundesbürger zum Programmieren entgegen solcher Klischees durchaus positiv sind. Eine jeweils deutliche Mehrheit der Befragten stimmt den Aussagen zu, dass Programmieren ein kreativer Prozess ist (79 Prozent), dass eigentlich jeder es lernen kann (68 Prozent) und Teamarbeit dabei sehr wichtig ist (66 Prozent). Die größte Zustimmung erhält die Aussage, dass Programmieren vielfältige Möglichkeiten eröffnet, die Welt von Morgen mitzugestalten. Diese Einschätzung teilen 84 Prozent der Deutschen, bei den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar 92 Prozent. In dieser Altersgruppe ist auch das persönliche Interesse am Programmieren deutlich größer als bei den älteren Befragten: Mit 45 Prozent gibt knapp die Hälfte der unter 30-Jährigen an, sich selbst stark dafür zu interessieren, gegenüber nur 26 Prozent aller Umfrageteilnehmer. »Gerade die junge Generation hat verstanden, dass Programmieren ein äußerst nützliches und kreatives Werkzeug ist. Wir brauchen deshalb dringend Bildungsangebote, die Kindern und Jugendlichen einen spielerischen Einstieg in den Umgang mit Hard- und Software ermöglichen«, fordert Julia André, die bei der Körber-Stiftung das Fokusthema »Digitale Mündigkeit« leitet. »Dabei müssen wir besonders darauf achten, auch Mädchen und junge Frauen anzusprechen, um die Vorstellung aufzubrechen, dass Programmieren eher etwas für Männer ist«, so André weiter. Immerhin fast die Hälfte der Befragten (45 Prozent) denkt, dass sich Mädchen und Frauen weniger für Programmieren interessieren als Jungen und Männer.

Außerschulische Lernangebote nur wenig bekannt

In einer Umfrage von 2016 haben 59 Prozent der Deutschen zugestimmt, dass Kinder bereits in der Schule Programmieren lernen sollten. Doch auch außerhalb der Schule gibt es zahlreiche Angebote, in denen Kinder und Jugendliche kreativ mit digitalen Medien umgehen und erste Schritte beim sogenannten Coden machen können. Die aktuelle Umfrage zeigt, dass diese Lernangebote jedoch nur bei 40 Prozent der Befragten bekannt sind. »An deutschen Schulen ist die umfassende Vermittlung digitaler Kompetenzen bislang eher die Ausnahme. Umso wichtiger sind außerschulische Initiativen, die Angebote für interessierte Jugendliche schaffen und zusätzlich mit neuen didaktischen Ansätzen und technischem Know-how wichtige Impulse für den Unterricht geben können«, sagt Julia André. »Aktionswochen wie die Code Week sind wichtig, weil sie Lernangebote rund ums Coden bekannt machen und Aufmerksamkeit schaffen für das kreative Potenzial des Programmierens«, so André weiter.

 

Die Code Week findet bereits zum fünften Mal statt. In Hamburg laden die Körber-Stiftung und die Bücherhallen Hamburg gemeinsam mit Anbietern aus der Coding- und Maker-Szene Kinder und Jugendliche zum Programmieren, Basteln und Tüfteln ein. In der Zeit vom 7. bis 22. Oktober finden im ganzen Stadtgebiet über 60 Workshops statt.

Tablet, Smartphone oder Spielekonsole erst ab 10 Jahren

Ein kompetenter Umgang mit digitalen Medien kann anscheinend nicht früh genug vermittelt werden. Danach gefragt, ab welchem Alter elektronische Medien von Kindern auch selbständig genutzt werden dürfen, spricht sich die Mehrheit der Befragten (73 Prozent) dafür aus, dies frühestens ab dem 10. Lebensjahr zu erlauben. Insbesondere die Befragten der jüngeren Generation zwischen 14 und 29 Jahren erkennen, wie wichtig eine Begleitung in die digitale Welt ist: In dieser Altersgruppe sprechen sich 80 Prozent dafür aus, Tablet, Smartphone oder Spielekonsole erst Kindern ab 10 Jahren oder älter zu überlassen.

Über das Fokusthema »Digitale Mündigkeit« der Körber-Stiftung

Mit dem Fokusthema »Digitale Mündigkeit« engagiert sich die Körber-Stiftung für mündiges Handeln und eine starke Zivilgesellschaft im digitalen Zeitalter. Sie setzt sich für die Vermittlung digitaler Kompetenzen ein. Dazu kooperiert sie mit modellhaften Bildungsinitiativen, unterstützt Erfahrungsaustausch und Projekttransfer in diesem Feld und betreibt Lobbyarbeit für das Thema. Zugleich will die Körber-Stiftung die Debatte über die Gestaltung des digitalen Wandels voranbringen. Sieentwickelt Dialogformate für die breite Öffentlichkeit sowie für Fachleute und Interessenvertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft, um gemeinsam Antworten auf die zentralen Herausforderungen des digitalen Wandels zu finden.

Informationen zum Fokusthema »Digitale Mündigkeit«: www.digital-muendig.de







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