vor 4 Monaten

Regio Media 2020 – virtuell vernetzt

Zugeschaltet waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am zweiten Tag des in Österreich aktuell geltenden Lockdowns aus dem ganzen Land sowie darüber hinaus aus Deutschland und Spanien, um die Relevanz von Regionalmedien zu erörtern.

Premiere aus dem neuen Mediencenter der FH Burgenland

Für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sorgte ein engagiertes Veranstaltungsteam im Hintergrund. Das ideale Setting für die online Konferenz bot das an der FH Burgenland am Studienstandort Eisenstadt neu eingerichtete Mediencenter. „Schon im April haben wir entschieden, ein Mediencenter für Gelegenheiten wie diese einzurichten“, erklärt FH Burgenland Geschäftsführer Georg Pehm. Greenwall, Studiolicht, Kameras und eine Audiokabine sorgen ab sofort für noch mehr Qualität und Praxisbezug in den hauseigenen Medienstudiengängen und für das professionelle Setting von Events wie der Regio Media. 2020 führte Puls 4 Moderatorin Alexandra Maritza Wachter das Publikum durch den zweiten Tag des Regionaljournalismus in Österreich – zugeschaltet aus ihrem Homeoffice, während ihre Tochter im Nebenraum ihre Hausaufgaben fürs Homeschooling absolvierte.

Teja Adams mit 13 Gedanken zum Crossmedialen Storytelling in Regionalmedien

Die Keynote kam von Teja Adams, Social-Media-Redakteur und Begründer zahlreicher Innovationsprojekte bei der ARD, aus Hamburg. Er teilte 13 Gedanken zum Thema Crossmediales Storytelling in Regionalmedien mit dem interessierten Publikum. „Regional ist die Zukunft“ zählte ebenso dazu wie „Man muss den Content dahin bringen, wo die Nutzer*innen sind“. Adams‘ Überzeugung ist es, dass das Management die Richtung vorgeben muss. Genauso sei es wichtig, die richtigen Menschen zusammenzubringen. Arbeitsplätze müssten für eine digitale Zukunft neu geschaffen werden. Fakt sei, Experten müssen her, Social-Media sei längst kein Nebenbei-Projekt mehr. Sein Tipp: „Für etwas Neues, muss man etwas Altes auch mal weglassen.“ Das Mediennutzungsverhalten hätte sich stark geändert. Das Credo laute: Experimentiert. Probiert aus. Verwerft. Lernt. Macht neu. „Nur so werden wir wissen, wie etwas Neues funktionieren kann.“ Im ersten Panel diskutierte er seine Ideen anschließend mit Horizont Chefredakteur Jürgen Hofer, der langjährigen ZIB-Chronik-Chefin des ORF, Brigitte Handlos, sowie Markus Stefanitsch, Chefredakteur und Geschäftsführer der BVZ.

Exklusive Studie zu Regionalmedien

Im Zuge der Tagung wurde eine neue Studie der FH Burgenland zu Regionalmedien präsentiert: „Regionalmedien in Österreich aus der Publikumsperspektive“. 461 Personen wurden mittels Onlinebefragung zu ihrem Konsum von Regionalmedien befragt – die Studie gibt interessante Einblicke in die Mediennutzung, so Michael Roither, Studiengangsleiter und Vizerektor für Internationales, der die Studie unter der Mitarbeit von den Studierenden Nicole Erhardt, Julia Fischer, Vanessa Zethner, Lisa Haberler, Linda Jurcizak und David Kastl exklusiv und erstmals präsentierte.

„Regionalmedien werden sowohl in TV, Radio, Online, aber auch als Printmedium stark konsumiert“, so Roither. Fazit: Alle Medienkanäle werden im Regionaljournalismus stark genutzt. Mehr als 70% der Befragten nutzen die Bundesländer Ausgaben von orf.at. 65% konsumieren die Bundesländer Sendungen des ORF. Im Printbereich liegen die Bezirksblätter mit 60% vor der BVZ und NÖN (gemeinsam 50%), 60% der Befragten hören die Bundesländer-Radios des ORF. „Die meisten nutzen Regionalmedien nach wie vor in Print“, erklärt Roither, „allerdings mit weiter steigendem Digital-Anteil.“ Redaktionell gehen die Wünsche der Konsumentinnen und Konsumenten in Richtung Veranstaltungen, Umwelt, Gastro und Wissenschaft. Sein Learning: „Das digitale Potenzial der Regionalmedien scheint noch nicht ausgeschöpft. Klassische Kanäle bleiben, sollten aber massiv um digitale Formate ausgebaut werden.“ Wichtig: Auch die Gruppe der Zahlungsbereiten für digitale regionaljournalistische Inhalte ist noch nicht ausgeschöpft. Die Bereitstellung von Inhalten über Soziale Medien bleibt für Regionalredaktionen nach wie vor wichtig – und das täglich.

Panel zur Zukunft und Qualität des Regionaljournalismus

Sind Regionalmedien besser auf die Zukunft vorbereitet als die großen, national ausgerichteten Medienhäuser? Diskutiert wurde diese Frage von Gerald Grünberger, Geschäftsführer des Verbands Österreichischer Zeitungen, Torsten Beeck (Facebook), Alois Vahrner (Tiroler Tageszeitung) und Ralf Hillebrand (Salzburger Nachrichten).

Studie zur Journalistenausbildung in Österreich

Susanne Kirchhoff von der Universität Salzburg präsentierte ihre Studie zu „Journalistenausbildung in Österreich im Kontext einer veränderten Berufswelt“. Neben den außeruniversitären Einrichtungen und in-house Angeboten der Medienhäuser untersuchte sie auch Studienrichtungen an Universitäten und Fachhochschulen. In den letzten 20 Jahren sei es hier zu einer Regionalisierung der Weiterbildung gekommen, so Kirchhoff. „Angebote gibt es mittlerweile in allen Bundesländern.“ Deutlich sichtbar werde laut der Expertin auch, dass „wir die Digitalisierung in der Ausbildung in keiner Weise verschlafen haben.“ Viele Studien sind sehr interdisziplinär ausgerichtet. Ganz vorne stehe das Produzieren für Video und online/Social Media. Inhalte wie Medienmanagement, Medienwandel, Datenjournalismus und IT seien unter den Top 20 Themen zu finden. Kerninhalte der Ausbildung drehen sich auch in Zukunft um die beiden Achsen Handwerkszeug und Haltung. Es gelte nach wie vor ethischen Standards sowie Qualitätsstandards gerecht zu werden.

Dies diskutierte daraufhin Nikolaus Koller vom Kuratorium für Journalistenausbildung mit Ronald Zecha von der Tiroler Journalismusakademie.

Regionalmedien und Politik – ein bewegtes Wechselspiel

Unter der Moderation von Anna Wallner (Die Presse) diskutierten Maria Jelenko (Chefredakteurin der Regionalmedien Austria), Daniel Lohninger (Chefredakteur der NÖN) und Helmut Bieler (ehemaliger Bgld. Landesrat) den heiklen Balanceakt zwischen Distanz und Nähe – Regionalmedien und Politik.

Ist die Coronakrise eine Medienkrise?

Unter dem Titel „Was war, was ist, was bleibt – ist die Coronakrise eine Medienkrise?“ sprach Regio-Media-Initiator Michael Roither von der FH Burgenland abschließend mit Antonia Gössinger (Chefredakteurin der Kleinen Zeitung Kärnten), Andy Kaltenbrunner (Medienhaus Wien), Walter Schneeberger (Chefredakteur des ORF Burgenland) und Peter Plaikner (plaiknerpublic). 

Eine ausführliche Rückschau auf die Veranstaltung mit Blitzlichtern aller Speaker aus allen Beiträgen sowie Bilder finden Sie HIER. 







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